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Gutes Gefühl: Radeln macht glücklich

Gutes Gefühl

Gutes Gefühl

Radeln hat viele Vorteile. Einer davon ist sogar wissenschaftlich erwiesen: Es macht glücklich. Es gibt Menschen, die Radfahren hassen. Weil man sich plagen muss. Weil man draußen ist, bei Wind und Wetter. Weil man verschwitzt ankommt. Es gibt Menschen, die Radfahren lieben. Weil man sich plagen muss. Weil man draußen ist, bei Wind und Wetter. Weil man verschwitzt ankommt.

Letztere spüren ab und an ein tiefes Glücksgefühl, wenn sie auf einem Fahrrad dahinrollen. Sie müssen dann gleich noch ein bisschen fester in die Pedale treten. Auf dem Weg zur Arbeit, zum Bäcker, zur Post. Erleben einen kleinen Moment der Vollkommenheit, den kein Hupen der anderen stört und kein Lärm der Stadt, einen kurzen Augenblick lang wird das Fahrrad zur Welt, eine kleine, feine Privatinsel im Chaos der Großstadt.

Fahrradfahren macht glücklich. Viele Gründe kann man dafür nennen, auch medizinische. Die Wissenschaft weiß, dass die gleichmäßige körperliche Belastung beim Radfahren die Produktion und Freisetzung von Hormonen und Botenstoffen ankurbelt. Endorphine gehören dazu und das Wachstumshormon STH, sogar die Steigerung des Sexualhormonstoffwechsels ist mittlerweile nachgewiesen. Mit der Flut an Endorphinen beginnt das Glücksgefühl zu strömen. Wer länger und ausdauernder fährt, kommt außerdem in den Genuss einer Serotoninausschüttung, zuständig für bessere Stimmung bis hin zu einem euphorischen Radler’s High. Und als wäre das noch nicht genug, betonen Ärzte darüberhinaus immer wieder, dass Radfahren eine der gesündesten Sportarten überhaut ist. Wer drei bis vier Mal die Woche Rad fährt, senkt das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, weil das Herz gleichmäßiger pumpt und die Lunge mit bis zu doppelt so viel Sauerstoff versorgt wird wie im Ruhezustand.

Auch eine Möglichkeit, sich in einer komplexen Gesellschaft Einfachheit zurückzuerobern.

So viele Fakten. In dem Moment aber, in dem das Glück durch den Körper strömt, denkt man nicht an Endorphine, Serotonine und die ganzen anderen -ine. Man hält den Lenker in der Hand und ist froh. Man muss nicht wie der Autofahrer auf einem vorgezeichneten Weg bleiben, kann abweichen, über Feldwege, Waldpfade und – sofern man auf einem Mountainbike sitzt – über Bergsteige schweifen, man kann den Weg ein kleines bisschen selbst bestimmen, frei sein. Man kann den Horizont immer noch ein Stückchen weiter versetzen, weiter und schneller als zu Fuß, und doch ist man drin in der Welt und nicht drin in einem Auto.

Man kann draußen auf dem Land auf einem Wiesenweg anhalten und das Gebimmel von Kuhglocken hören, drin in der Stadt auf dem Weg zur Arbeit auf einer Brücke über die Isar dem Rauschen des Flusses lauschen, man kann durch das simple Treten zweier Pedale mitten in der Komplexität unserer modernen Gesellschaft ein kleines bisschen von der Einfachheit zurückerobern, die das Leben so schön macht.

Deshalb macht Fahrradfahren glücklich.

© Süddeutsche Zeitung GmbH, München.
Mit freundlicher Genehmigung von Süddeutsche Zeitung Content.

Foto: Lisi Osl in Heubach +++ © Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion +++ Danke an GHOST

Birgit Lutz
Birgit Lutz
Birgit Lutz lebt am Schliersee, arbeitet als freie Journalistin und hat sich als Autorin auf die hohe Arktis spezialisiert. 2014 erschien ihr Buch GRENZERFAHRUNG GRÖNLAND. Den Expeditionsthriller gibt's auch als Taschenbuch unter dem Titel QUER DURCH GRÖNLAND - Auf Skiern über die größte Insel der Welt.
2 Comments
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    paul czickus
    Posted at 09:46h, 03 Dezember Antworten

    Ich als Mountainbike-Fahrer kann vieles hier bestätigen. Wer regelmäßig wie ich in die Pedale tritt, der ist einfach glücklicher. Ich fahre täglich bei jedem Wetter Fahrrad. Es ist zwar manchmal im Herbst und im Winter sehr ungemütlich. Aber nach der Bewegung fühle ich mich einfach besser. Den Radsport kann man echt weiter empfehlen.

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    Caro | absoluts24
    Posted at 09:55h, 22 Juni Antworten

    Toller Text und was für ein passendes Foto! 🙂 Einfachheit und Selbstständigkeit – das liebe ich so am Radfahren.

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